Fest der Begegnung im Klosterhof – Viele fröhliche und zufriedene Gesichter konnte man am ersten Augustsonntag im Klosterhof sehen. Gemeinsam mit dem Helferkreis Asyl hatte die Pfarrgemeinde zu einem Fest der Begegnung eingeladen, das unter dem Motto „Oberbayern trifft Eritrea" stand.

Begonnen hatte die Veranstaltung mit einem Gottesdienst in der Basilika. Dort hatte Gebriala Tesfamariam, die seit neun Monaten zusammen mit ihren drei Kindern in Benediktbeuern lebt, von ihrer Flucht aus Eritrea erzählt. Vor sechs Jahren hatte sie sich zu Fuß auf den Weg gemacht, um das totalitär regierte Land am Roten Meer zu verlassen. Viele Jahre hatte sie in einem Flüchtlingslager im Sudan verbracht, bevor sie weiter über Libyen flüchten konnte, um die gefährliche Reise mit dem Schiff über das Mittelmeer anzutreten. „Ich bin froh, in Benediktbeuern zu sein. Ich fühle mich wohl, weil es so viele Menschen gibt, die mir hier helfen," schloss sie ihre Darstellung. Aufmerksam hatten die Zuhörer in der voll besetzten Basilika den bedrückenden Bericht verfolgt und dankten der jungen Frau mit einem Applaus für den Mut, von ihren Erfahrungen zu berichten. Stellvertretend für den Helferkreis berichtete Marlies-Sitzberger-Jall von ihren Erfahrungen als Helferin für die Asylbewerber. Sie zeigte sich bewegt von der „Geschwisterlichkeit" die in dieser Tätigkeit zu spüren sei und bat die Gemeinde, sich ernsthaft für die Menschen zu interessieren, die in Deutschland um Asyl bitten.

Bunt wurde die Veranstaltung dann im Klosterhof. Die Benediktbeurer Blasmusik begrüßte die Besucher mit zünftiger Musik, das „interkulturelle Buffet" bot neben typisch bayerischen Gerichten auch eritreisch Kost und die Schüler der dritten Klasse der Grundschule luden ein, ein Spiel aus Eritrea zu spielen oder Quizfragen über das nordafrikanische Land zu beantworten. Wer mehr über Menschen auf der Flucht wissen wollte, konnte sich anhand eine Plakatausstellung von Pro Asyl weiter informieren. Auch die anderen Flüchtlinge stellten sich den Gästen vor genauso wie auch einige Helfer aus dem großen Helferkreis. Dass Musik Menschen verbinden kann, zeigte der Mitmach-Trommel-Workshop, zu dem Johannes Anzenhofer Eritreer wie auch Oberbayern einlud.
Viele zeigten sich beeindruckt von der guten Stimmung, die eine echte „Willkommenskultur" spüren ließ. „Solch ein Fest müssten wir bei uns auch organisieren", sagte ein Urlaub aus Graz. „Wir sind wirklich beeindruckt."